Umgangsrecht, Besuchsrecht, Umgang,  Umgangsregelung

Wenn die Eltern sich trennen, verbleiben die Kinder oder das Kind meistens bei einem Elternteil.

Bei dem Umgangsrecht oder Besuchsrecht geht es um die Frage, wann und wie lange das Kind denjenigen Elternteil sieht, bei dem es nicht lebt oder nicht seinen Lebensmittelpunkt hat.

Für das Umgangsrecht ist es ohne Bedeutung, ob die Eltern ein gemeinsames Sorgerecht haben oder ob nur ein Elternteil das alleinige Sorgerecht ausübt.

Zweck des Umgangsrechts ist es, dass dem Kind trotz Trennung der Eltern beide Elternteile erhalten bleiben. Der Elternteil, bei dem das Kind nicht seinen Lebensmittelpunkt hat, soll auch an der Betreuung, Versorgung und Erziehung des Kindes beteiligt sein.

Die Eltern haben bei der Ausgestaltung des Umgangsrechts bzw. Besuchsrechts einen großen Spielraum. Es gibt hierzu keine gesetzlichen Vorgaben, auch zum zeitlichen Umfang des Umgangs findet sich im Gesetz nichts.

Ein optimales Modell einer Umgangsregelung gibt es nicht, denn die Umgangsregelung muss sich nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Kindes und seiner Eltern richten. Der einzige Maßstab einer guten Umgangsregelung und zugleich eine Grenze der Ausgestaltung des Umgangsrechts ist das Kindeswohl.

Was in dem konkreten Fall dem Kindeswohl entspricht, hängt u.a. vom Alter des Kindes, der Arbeitszeiten der Eltern und der Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ab.

Bei noch kleinen Kindern ist es eher sinnvoll, dass die Kontakte häufiger, dafür aber kürzer stattfinden. Bei Schulkindern können die Umgangskontakte in größeren Abständen, dafür aber über einen längeren Zeitraum (mehrere Tage) stattfinden. Ab dem Alter von 10-15 Jahren sind Kinder in der Lage, die spezielle Bedeutung der Beziehung zum jeweiligen Elternteil zu beurteilen und sollen den Kontakt zu diesem Elternteil auch dementsprechend gestalten können.

Das Umgangsrecht kann nur in ganz seltenen Fällen ausgeschlossen werden, wenn eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls besteht. Dies kann nur durch eine gerichtliche Entscheidung geschehen, die meistens nur auf der Grundlage eines psychologischen Gutachtens getroffen wird.